
Stefan Bayer / pixelio.de
Diese Woche frage ich Sie gleich zu Beginn und ganz direkt: Haben Sie’s schon mal mit Laufen versucht? Ich persönlich trage ja zu meinem Leidwesen nicht dieses typische Läufer-Gen in mir. Bei mir ist jeder zurückgelegte Kilometer hart erarbeitet. Sehr hart sogar. Vielleicht liegt es aber auch an meinem Sternzeichen Fisch, dass das Wasser und somit das Schwimmen mein Element ist.
Jedenfalls bedeutet Laufen für mich höchste Anstrengung. Ich gehöre leider auch nicht zu jenen Menschen, die sich das ganze Jahr über – egal wie’s draußen stürmt oder schneit – zu sportlicher Betätigung aufraffen können. Ich als Wienerin kann meinen winterlichen Betätigungsgrad ganz frei von der Leber weg so formulieren: A stinkertes Gselchtes is a Lecherlschas gegen mich…
Und zu guter letzt gehöre ich auch nicht zu jenen Menschen, die nach einigen Monaten faulen Nichtstuns die Sportschuhe schnüren können und gleich aus dem Stand heraus ganz locker flockig eine halbe Stunde einfach so durchtraben. Nein, nein, das spielt’s bei mir auch nicht. Schon beim lockeren Langsamlaufen, das man fast schon als Walking bezeichnen könnte, blinkt meine Pulsuhr hektisch, um mir anzuzeigen, dass nun aber wirklich mein Maximalwert erreicht sei und ich bitteschön mal wieder auf mein Herz hören soll. Nach langen Phasen der Sportabstinenz musste ich leider immer wieder die Erfahrung machen, dass mein Körper offenbar nur dann den optimalen Fettverbrennungspuls aufweist, wenn ich leichte Tätigkeiten wie zum Beispiel Sitzen und Essen verrichte…
Doch worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist: Hat man erst einmal damit begonnen, regelmäßig kleine Laufeinheiten in sein Leben zu integrieren, machen selbst passionierte Nicht-Läufer wie ich nach einiger Zeit die überaus beglückende Erfahrung, dass man plötzlich länger und länger laufen kann und mit einem Mal auch will. Möglicherweise werden die folgenden Wochen noch nicht DAS große Runners-High einläuten, aber irgendwann, ja, irgendwann wird man quasi zum Selbstläufer. Man läuft und läuft und läuft (oder man trippelt und trippelt und trippelt
) und – siehe da: das Herz beruhigt sich wieder ein wenig, die Lungenflügel werden übermütig und wissen vor lauter Sauerstoff gar nicht mehr, wie ihnen geschieht und selbst die Waden haben Erbarmen, werden weicher und stampfen gemeinsam mit den Senkfüßen einen melodischen Rhythmus auf den brennenden Asphalt…
Und das führt uns auch schon zum „Tut gut!“-Tipp der Woche:
Wer NUR läuft, läuft laut Herbert Steffny ( ehemaliger deutscher Langstreckenläufer, prominenter Lauftrainer und Autor des Buches „Das große Laufbuch“) in eine Sackgasse. „Laufen allein ist zu einseitig. Früher oder später entstehen muskuläre Ungleichgewichte, die zu Verletzungen führen können.“ Gehen Sie also auch mal fremd. Gerade im Sommer bietet sich das von mir schon erwähnte Schwimmen besonders an, da es ein gutes Ergänzungstraining für die beim Laufen vernachlässigte Rumpf- und Oberkörpermuskulatur bietet.
Und weil der innere Schweinehund ja immer präsent ist, hab ich hier auch gleich für alle, die das Laufen in ihr Leben integrieren wollen, den „Schweinehund-go-home“-Tipp Nr. 4:
Ich für meinen Teil brauch ja bei allem, was ich in Angriff nehme, immer ein Ziel vor Augen, das mich bei der Stange hält. Den sprichwörtlichen grell blinkenden Leuchtturm, der mir den Weg weist. So ein Leuchtturm ist für mich beim Laufen eindeutig ein Volkslauf (mittlerweile werden diese in Österreich zu Hauf organisiert), für den ich mich angemeldet habe und auf den ich hintrainieren will und auch muss. Das Wissen darum, dass man in beispielsweise vier Wochen beim Winzerinnenlauf in Groß Hopfenstein eine Strecke von 5 Kilometern bezwingen muss, kann beim Training ungeahnte Energien freisetzen, das können Sie mir glauben.
Unter der folgenden Internetadresse:
http://www.laufkalender24.at/
finden Sie alle Laufveranstaltungen in Österreich. Vielleicht versuchen Sie es – wenn Sie nicht eh schon ein alter Laufhase sind – mit diesem Sport und lassen sich von einer der vielen Veranstaltungen dazu animieren, Ihre ganz persönliche kleine Läuferkarriere zu starten.
Denn Laufen kann auch Spaß machen (man möcht’s nicht glauben), wenn man’s nicht gleich zu Beginn übertreibt.
Der nächste Sport-Blog erscheint wegen des Feiertages erst am Montag, 4. Juni! Ich freu mich schon auf Sie, wenn es wieder heißt: Sport tut gut – tua’s afoch!
Herzlichst, Ihre Gabi Kolup